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Amazon – Das erste Internet-Kaufhaus
Einen revolutionären Schritt machte Jeff Bezos im Jahr 1994, als er das Internet-Kaufhaus amazon.com gründete und ein Jahr darauf online ging. Was mit Büchern begann, hat sich inzwischen zu einer riesigen Palette an Produkten ausgeweitet. Fast 17 Millionen Kunden hat Amazon alleine in Deutschland.
Den Namen hat er sich schon fein ausgedacht, dieser Jeff Bezos. Amazon in Anlehnung an den südamerikanischen Strom Amazonas und seinen weitverzweigten Adern. Ein Netzwerk der Natur, umgesetzt im virtuellen Raum. Die Idee zu diesem Businessplan kam Bezos auf einer Reise von New York nach Seattle. Der Schwerpunkt bei Amazon liegt zwar bei Büchern (125.000 Buchtitel), CDs und DVDs, das Online-Angebot wurde aber im Laufe der Zeit stark erweitert und umfasst unter anderem auch Elektronik- und Fotoartikel, Software, Computer- und Videospiele, Küchen- und Haushaltsgeräte oder Sport- und Freizeitartikel.
Bestellung mit nur einem Klick
Im Jahr 1998 begann Amazon den Verkauf in Deutschland mit Unternehmenssitz in München. Versandlager existieren in Bad Hersfeld und Leipzig. Dass man sich sogar den Vorgang „Bestellung auf einen Klick“, der auf der Cookie-Technik basiert, patentieren lassen kann, bekamen andere Unternehmen schmerzlich zu spüren, die deshalb verklagt wurden, weil sie ebenfalls auf ihren Websites diese Ein-Klick-Bestellung anboten. In Deutschland ist eine solche Patentierung übrigens nicht zulässig.
Dafür liegt Amazon in Deutschland mit 16,7 Millionen Kunden an der Spitze der deutschen Websites, wie die Gesellschaft für Konsumforschung im April 2009 ermittelte.
Seit einiger Zeit bietet Amazon auch Auktionen im Internet an. Pro verkauften Artikel erhält das Unternehmen 15 Prozent vom Verkaufspreis. Außerdem stellt Amazon Neuwaren von etwa 1,3 Millionen Händlern auf seine Website. 2008 machte das Online-Kaufhaus 158 Millionen Dollar Gewinn. Das große Plus sind die schnellen Transportwege. Zu Topzeiten werden weltweit bis zu vier Millionen Waren täglich befördert.
Kritik von Verlagen
Amazon missbrauche seine Marktmacht, indem es zu hohe Rabatte von den Verlagen fordere, die wiederum zu finanziellen Einbußen führen, so die Kritik der Verleger. Auf der anderen Seite würde Amazon weniger Dienstleistungen anbieten.
Eines Tages tauchten bei Amazon auch T-Shirts mit der Aufschrift „I Love Hitler“ auf, die nach heftiger Kritik der Presse wieder aus dem Sortiment genommen wurden. 2009 stellte der Verfassungsschutz von Brandenburg fest, dass eine Regionalsektion der NDP, die in ein Partnerprogramm bei Amazon.de eingestiegen war, rechtsextremistisches Propagandamaterial verkaufte. Nach einem Aufruf zum Boykott von Amazon durch einen Berliner Abgeordneten hat Amazon die NDP vom Partnerprogramm ausgeschlossen.